01 — Verstehen
Was ist Urban Gardening?
Grünes Leben zwischen Beton und Glas: warum Menschen in der Stadt wieder säen, gießen und ernten.
Die Idee
Gärtnern, wo eigentlich kein Platz ist
Kräuter auf dem Balkon, Hochbeete im Hinterhof, Pflanzkisten auf dem Stadtplatz: Urban Gardening heißt, mitten in der Stadt Obst, Gemüse, Kräuter und Blumen anzubauen. Oft auf kleinstem Raum, oft gemeinsam, fast immer mit einfachen Mitteln.
Dahinter steckt mehr als ein Hobby. Wer in der Stadt gärtnert, versorgt sich ein Stück weit selbst, macht sein Viertel grüner und lernt die Menschen kennen, die nebenan wohnen.
Eine kurze Geschichte
Vom Guerilla-Garten zur Bewegung
Was mit einer bepflanzten Brache in New York begann, ist heute Teil der Stadtplanung.
1973 · New York
Der erste Gemeinschaftsgarten
Die Künstlerin Liz Christy und die Green Guerillas bepflanzen eine Brache an der Ecke Bowery und Houston Street. Daraus wird der erste Gemeinschaftsgarten der Stadt.
1996 · Göttingen
Internationale Gärten
Geflüchtete und Einheimische beginnen, gemeinsam zu gärtnern. Das Modell der interkulturellen Gärten verbreitet sich in ganz Deutschland.
2008 · Todmorden
Incredible Edible
In der englischen Kleinstadt pflanzen Freiwillige Gemüse und Kräuter auf öffentliche Flächen, zum Ernten für alle. Die Idee findet weltweit Nachahmer.
2009 · Berlin
Prinzessinnengarten
Am Moritzplatz in Kreuzberg wird eine jahrzehntealte Brache zum Garten, mit Beeten in Bäckerkisten und Reissäcken.
2010 · Andernach
Die Essbare Stadt
Die Stadt am Rhein pflanzt Gemüse und Obst in öffentliche Grünanlagen. Pflücken ist ausdrücklich erlaubt.
Warum jetzt?
Vier gute Gründe
01
Klima
Pflanzen spenden Schatten und verdunsten Wasser. Das kühlt ihre Umgebung. Entsiegelte Flächen nehmen außerdem Regen auf.
02
Frische
Kräuter und Gemüse vom eigenen Balkon kommen ohne Transportweg und ohne Verpackung auf den Teller.
03
Gemeinschaft
Im Gemeinschaftsgarten treffen sich Menschen, die sich sonst nie begegnet wären.
04
Ausgleich
Erde an den Händen statt Bildschirm vor Augen: Gärtnern holt dich raus aus dem Alltag.
Leitgedanke
Wer in der Stadt gärtnert, pflanzt nicht nur Gemüse, sondern Hoffnung zwischen die Häuser.
Kleine Taten
Jeder Topf zählt
Ob auf dem Balkon, im Hinterhof oder auf dem Parkdeck: Schon kleine grüne Flächen verändern ein Viertel. Es geht dabei nicht nur um Pflanzen, sondern um Verantwortung für den Ort, an dem man lebt.
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Grüne Stadtträume
Das Magazin für Gärtnern in der Stadt · Ausgabe 01 · Urban Gardening


